Gegen den Spitzenreiter gut verkauft

Trotz einer 88:71 Niederlage lieferten die Baunach Young Pikes vor 2345 Zuschauern eine ordentliche Leistung beim weiterhin ungeschlagenen Tabellenführer der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProA, den NINERS Chemnitz, ab. Allerdings schmilzt der Abstand zu den Abstiegsplätzen immer mehr, da die Karlsruhe Lions nach ihrem Sieg gegen Nürnberg bis auf zwei Punkte herangerückt sind.

Nachdem die Baunacher schon länger die Ausfälle von Nico Wolf und William McDowell-White verkraften müssen, hatten sie unter der Woche eine weitere Hiobsbotschaft zu verdauen, denn Kay Bruhnke verletzte sich im Training am Knöchel und dürfte wohl ein paar Wochen ausfallen. Dennoch startete das Team hellwach in Chemnitz und ging gleich mit 4:0 in Führung. Bis zur 6. Minute verlief das Spiel dann ausgeglichen (9:9), bevor sich der souveräne Spitzenreiter nach einigen Offensivrebounds und Baunacher Ballverlusten leicht absetzen konnte. Über 15:9 konnten die Niners eine 22:16 Führung in die erste Viertelpause mitnehmen, da sie immer wieder unter den gegnerischen Korb durchkamen und alle ihre Punkte in der Zone erzielt hatten. 

Das änderte sich gleich zu Beginn des zweiten Abschnitte, denn jetzt traf Ziegenhagen ihre ersten beiden Dreier zur 28:18 Führung (13. Minute). Marvin Heckel verkürzte zwar kurzzeitig auf 28:22, doch da die Pikes schlecht aus der Distanz warfen, konnte man nicht näher herankommen. Erst Matej Jelovcic und Kristian Kullamäe mit fünf Punkten in Folge schafften bis zur 18. Minute beim Stand von 37:34 den Anschluss und zwangen Coach Pastore, der Baunach eigens beim letzten Spiel in Bamberg beobachtet hatte, zu einer Auszeit. Die trug auch Früchte, denn sein Team konnte mit einem 44:35 Vorsprung in die Pause gehen. 

Ausschlaggebend für den Baunacher Rückstand waren neun Ballverluste und eine schwache Freiwurfquote von 50 Prozent (5 von 10) gewesen. Gut eingestellt von Headcoach Felix Czerny starteten die Baunacher couragiert in die zweite Hälfte und nach einem Ballgewinn von Jelovcic waren sie bis auf 46:41 herangekommen. Dann aber schlichen sich wieder leichtfertige Ballverluste ins Spiel, sodass die Sachsen auf 57:43 (25.) davonziehen konnte. 

Diesen Vorsprung transportierten sie bis zum Ende des dritten Viertels (64:51), da die Gäste weiterhin schlecht von der Dreierlinie trafen (5 von 24), obwohl die Würfe gut herausgespielt und teilweise völlig frei waren. Als dann im Schlussabschnitt Voigtmann mit einem Dreier den Vorsprung der Niners erstmals auf 20 Punkte (75:55) ausgebaut hatte, sah es sechs Minute vor Ende nach einer Vorentscheidung aus. Doch die jungen Baunacher kämpften unverdrossen weiter und verkürzten nach einigen Offensivrebounds durch Tautvydas Slezas noch einmal auf 75:63, den 88:71 Erfolg des Tabellenführers aber konnten sie nicht mehr in Gefahr bringen. 

Coach Czerny war nach der Begegnung trotzdem zufrieden: „Wir haben uns heute in die richtige Richtung bewegt. In vielen Bereichen war unser Spiel heute deutlich besser als vergangene Woche. Die vermeidbaren Ballverluste, unsere Trefferquote und unser Defensivverhalten wollen wir bis in zwei Wochen konstant weiter verbessern, um in Trier vielleicht für eine Überraschung zu sorgen.“ Bei bei der momentanen personellen Lage kommt es den Baunachern sicher nicht ungelegen, dass das für Samstag geplante Heimspiel gegen Schalke 04 auf den 16. Januar verlegt werden muss, da Kristian Kullamäe am nächsten Wochenende für die Nationalmannschaft Estlands im Einsatz ist. 

NINERS Chemnitz: Gilder-Tilbury (18 Punkte/1 Dreier), Scott (17), Lodders (14), Ziegenhagen (8/2), Vest (8), Voigtmann (7/1), Matthews (6), Richter (6), Elliott (4). 

Baunach Young Pikes: Jelovcic (17/3), Drell (13/1), Kullamäe (12/2), Keppeler (10), Heckel (9), Slezas (6), Seric (2), Baggette (2), Edwardsson, Tischler 

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