Siege gegen München sind besondere Siege

Gleich zwei Mal war Broses Nachwuchs am Wochenende gegen den Konkurrenten aus dem Süden erfolgreich. Die Baunach Young Pikes sicherten sich durch einen 80:67-Erfolg Platz zwei in der ProB. Spannender machte es die NBBL, die durch einen Buzzerbeater von Miles Osei am Ende mit 80:79 als Sieger vom Parkett ging.

Tolle Baunacher Leistung gegen physisch starke Bayern

In einer intensiven und hochklassigen Begegnung gewannen die Baunach Young Pikes mit 80:67 gegen die Nachwuchsmannschaft des Deutschen Meisters. Mit diesem Sieg sind die Gastgeber nun in der BARMER 2. Basketball Bundesliga ProB seit fünf Spielen ungeschlagen und liegen in der Tabelle punktgleich mit der TG Würzburg auf dem 2. Platz.

380 Zuschauer kamen trotz des herrlichen Wetters in die Strullendorfer Hauptsmoorhalle und sie brauchten ihr Kommen nicht zu bereuen. Von Anfang an sahen sie ein absolutes Spitzenspiel zwischen den beiden jüngsten Teams der Liga. Nach einem ausgeglichenen ersten Viertel, in dem die Führung gleich achtmal wechselte, ging es beim Stand von 21:20 in die erste kleine Pause.

Den besseren Start in den zweiten Abschnitt hatten die Young Pikes, die ihren Vorsprung bis zur 14. Minute nach einem Dreier von Moritz Plescher auf 29:24 ausbauen konnten. Doch die Schützlinge von Demond Greene konterten nach einigen Offensivrebounds mit einem 8:0 Lauf zum 29:32 (17. Minute). Vor allem Kapitän Viktor Frankl-Maus, der 2,10m Mann Jacob Knauf und Julius Düh waren in dieser Phase schwer zu kontrollieren und sorgten dafür, dass die Bayern mit einer 39:34 Führung in die Kabine gingen.

In der Halbzeit hatte das Coachgespann Dugandzic/Völkl scheinbar die richtigen Anpassungen vorgenommen, denn jetzt absolvierte ihr Team das beste Viertel der Begegnung. Vor allem in der Verteidigung legten die Baunacher gleich zwei Schippen drauf und ließen den Oberbayern kaum mehr Luft zum Atmen. Schritt für Schritt kamen sie heran und in der 25. Minute war es Nicholas Tischler, der seine gute Leistung in diesem Abschnitt mit dem Ausgleich zum 44:44 krönte und zusammen mit seinem Bruder Brandon maßgeblichen Anteil daran hatte, dass die jungen Hechte nach 30 Minuten mit 55:48 vorne lagen.

Der diesmal überragende Mateo Seric, der fünf seiner sieben Dreierversuche traf, eröffnete das Schlussviertel mit den ersten acht Baunacher Punkten zum 63:55 (33.). Die Bayern wehrten sich verbissen, doch die Gastgeber fanden mit schnellen Passstafetten immer die richtige Antwort. So blieb der Vorsprung relativ konstant und als Leon Bulic in der 38. Minute auf 77:62 erhöhte, war die Partie entschieden. Bulic, der die letzten neun Punkte der Baunacher erzielte, war es auch, der den Schlusspunkt unter die beste Baunacher Halbzeit der Saison setzte und damit die begeisterten Fans restlos zufrieden auf den Heimweg entließ.

Auch Mario Dugandzic strahlte nach der Partie: „Das war ein Wahnsinnskampf gegen eine sehr gute Mannschaft aus einem großen Programm. In der ersten Halbzeit hatten wir noch zu viele Probleme mit dem defensiven Rebound. Gerade in der Phase, wo wir uns eigentlich abgesetzt hatten, lassen wir zwei, drei Offensivrebounds zu und verpassen es, schon zu diesem Zeitpunkt wegzuziehen. Dann in der zweiten Halbzeit sind wir mit der Entschlossenheit heraus gekommen, da eine Reaktion zu zeigen. Das ist schon etwas, was man dieser Mannschaft hoch anrechnen muss und mit dieser Aggressivität konnten wir die Bayern in diesem Viertel auf neun Punkten halten. Ich glaube, das heutige Spiel sagt einiges, wie wir uns in den letzten Wochen entwickelt haben, wie wir den Ball bewegen und füreinander spielen. Da dürfen wir am Ende alle zusammen stolz darauf sein.“ Somit kommt es am nächsten Sonntag in Würzburg zu der Knallerpartie Erster gegen Zweiter zwischen zwei Teams, die vor der Saison wohl kaum einer auf dem Zettel hatte.

Baunach Young Pikes: Seric (21 Punkte/5 Dreier), Bulic (18/3), B. Tischler (11), N. Tischler (10), Plescher (8/2), Heckel (5), Edwardsson (4), Saffer (2), Bagette (1), Köppel.

 

Buzzerbeater ins Bayernherz

Ausgerechnet gegen München wollten die Jungs des Trainerduos Kositz/Finsinger den ersten Saisonsieg feiern. Nach zwei Niederlagen zu Beginn der Saison gegen die Internationale Basketball Akademie München und gegen Gießen stand nun das erste Spiel in der heimischen Hans-Jung-Halle an. Das Spiel gegen den Bayern Nachwuchs war von Beginn an sehr spannend und es wurde intensiv verteidigt. Brose Bamberg / Tröster Breitengüßbach kam damit etwas besser zurecht und führte nach dem ersten Viertel durch Zähler von Bergmann, Bulic und Osei knapp mit 23:20.

Im zweiten Spielabschnitt schlichen sich auf beiden Seiten in der Offensive einige Fehler ein. Die Intensität in der Verteidigung wurde weiter erhöht, weswegen beide Teams nur 14 Zähler in diesem Viertel erzielen konnten. Folgerichtig ging die Tröster-Truppe knapp mit 37:34 in die Halbzeitpause.

Auch nach der Halbzeit blieb das Spiel weiterhin spannend und es konnte sich keine Mannschaft absetzen. Die Bemühungen der Münchner durch Schröder und Schmitz in Führung zu gehen, konterten Bulic, Bagette, Guck und Osei erfolgreich. Somit stand es nach 30 Spielminuten 57:55 für die Gastgeber.

Das Schlussviertel wurde dann hektisch. Bayerns Headcoach Wagner kassierte am Anfang sein zweites technisches Foul und wurde der Halle verwiesen. Der ehemalige Bamberger Steffen Hamann übernahm nun an der Seitenlinie des FCBB. Bamberg / Breitengüßbach nutzte dies, konnte sich nun etwas absetzen und führte zwischenzeitlich mit sieben Punkten. Doch die Jungs aus der Landeshauptstadt verteidigten nun deutlich intensiver und gingen kurz vor dem Ende in Führung. In einer hektischen Schlussphase konnte Güßbach einen 4 Punkte-Rückstand wieder verkürzen. 2,3 Sekunden vor dem Ende hatten die Münchner beim Stand von 77:78 zwei Freiwürfe, trafen aber nur den Ersten zum 77:79. Den Rebound holten sich die Hausherren, Osei machte ein Dribbling und warf den Ball von der eigenen Dreierlinie aus knapp 18 Metern mit der Schlusssirene in den Münchner Korb zum 80:79-Endstand. Der Rest war pure Freude bei Spielern, Trainer und Verantwortlichen.

Durch den ersten Saisonerfolg hält man den Anschluss und liegt mit einem Sieg und zwei Niederlagen punktgleich mit dem Fünften Gießen und dem Sechsten Bayreuth auf Rang sieben.

Brose Bamberg / Tröster Breitengüßbach: Osei (23/1), Bulic (18/3), Bergmann (10), Bagette (9), Guck (9), Beck (4), Böhm (3), Brevet (2), Sonnefeld (2), Nowak, Günthner, Heinrich

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