Wolfgang Heyder: "Wir wollen wieder zu den besten Basketballprogrammen Deutschlands zählen"

Nach sechs Jahren ist Wolfgang Heyder zurück bei Brose Bamberg. Der 63-Jährige übernimmt fortan die Koordination des Jugendprogramms, das in den Brose Bamberg e.V. ausgegliedert wird, und soll dabei die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft stellen. Im Gespräch mit brosebamberg.de erklärt der gebürtige Schweinfurter, welche Maßnahmen in den kommenden Wochen anstehen und wie er den oberfränkischen Nachwuchs wieder „zu einem der besten in ganz Deutschland“ machen will.

„Ich war nach 2014 schon weiterhin recht nah dran am Geschehen rund um den Bamberger Basketball“, verrät Heyder und ergänzt: „In meiner Zeit in Erfurt habe ich Bundesligabasketball wieder hautnah erlebt, und durch meine Tätigkeit beim Bayerischen Basketball Verband wusste ich recht genau, wie sich der Bamberger Nachwuchs aufstellt.“ In den vergangenen Jahren sei dabei aber nicht alles glatt gelaufen, meint Heyder. „Deswegen ist die Ausgangslage jetzt auch alles andere als optimal und wir müssen uns wieder auf die eigentliche Idee der Nachwuchsförderung konzentrieren.“ Konkret heißt das: „Dem lokalen Nachwuchs von klein auf einen Weg aufzeigen, wie er sich bei uns entwickeln kann. Unser Unterbau soll dann aus lokalen Jungs bestehen.“

"Diese Aufgabe werden wir nicht von heute auf morgen lösen"

Der Fokus soll damit verstärkt auf der Regionalität liegen. Über Kooperationspartner und andere Basketballvereine soll eine Struktur geschaffen werden, um in Zukunft wieder eine höhere Talentdichte in den Nachwuchsmannschaften zu erreichen. Dabei stehen den Jugendlichen auch wertvolle Tools zur Verfügung, von denen das Sportinternat Aufseesianum das wohl stärkste sei, wie Heyder bestätigt: „Das Internat ist eine der besten Einrichtungen in ganz Deutschland und bietet den jungen Spielern viele Entwicklungsmöglichkeiten. Die Kombination aus Schule und optimalen Trainingsbedingungen samt Fitnessraum und Trainingshalle sucht ihresgleichen. Da müssen wir es schaffen, mehr als fünf von zwölf möglichen Plätzen mit talentierten Spielern zu belegen. Diese Aufgabe werden wir aber nicht von heute auf morgen lösen.“

Stattdessen gehe es in der kommenden Spielzeit zunächst um die Teams in der Jugend Basketball Bundesliga (JBBL) und der Nachwuchs Basketball Bundesliga (NBBL). „Das größte Problem ist, dass wir im Recruiting eigentlich schon zu spät dran sind, um die wirklich großen Talente zu bekommen. Eine NBBL-Mannschaft wollen und werden wir aber dennoch stellen und ich denke, dass die Jungs am Ende des Tages auch eine Chance auf den Klassenerhalt haben.“ Mit Ulf Schabacker steht außerdem bereits der neue Head Coach des NBBL-Teams fest. Ein wenig anders stelle sich die Situation dahingegen in der JBBL dar. „Viele der Spieler sind aus dem jüngeren Jahrgang und bilden somit eine vielversprechende Basis für die Zukunft. Wer die Mannschaft als Trainer betreuen wird, steht aktuell aber noch nicht fest. Das wollen wir zeitnah klären.“

"In fünf Jahren könnte ich mir das durchaus als positive Schlagzeile vorstellen"

Auch im Bereich der jüngeren Nachwuchsteams stehen noch Personalentscheidungen aus: „Wir wollen bald einen U14-Trainer präsentieren“, berichtet Heyder. Andere Positionen seien hingegen bereits besetzt: „Simon Bertram soll die Koordination unserer Minis übernehmen und Kai Tzschentke steht uns nach wie vor als U12-Trainer zur Verfügung. Alles weitere wissen wir hoffentlich bald.“ In Zusammenarbeit mit dem Brose Bamberg e.V. sollen außerdem die Aktionen an Schulen in Zukunft dafür genutzt werden, um auch dort bereits erste Kontaktpunkte mit dem Jugendprogramm des neunmaligen deutschen Meisters zu knüpfen. „Uns fehlt aktuell die Vernetzung und die Übersicht für die Talentsichtung, aber auch diese Aufgabe werden wir meistern.“

Somit geht der ehemalige Bamberger Geschäftsführer optimistisch in die Zukunft, die vor allem den oberfränkischen Basketballtalenten wieder eine klare Perspektive aufzeigen soll, wie der Weg in der Basketballbundesliga aussehen kann. „Unser Wunsch ist ganz klar: Wir wollen wieder zu den besten Basketballprogrammen Deutschlands zählen. Das wird nicht in den kommenden ein oder zwei Jahren gelingen, aber in fünf Jahren könnte ich mir das durchaus als positive Schlagzeile vorstellen.“

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